1. Erste Schritte: Sprachkurs in Dar es Salaam & Bürokratie
Mein Abenteuer Tansania begann mit intensiven ersten Wochen an der Küste. In Kurasini (Dar es Salaam) absolvierten wir unseren Swahili-Sprachkurs, um eine solide Basis für den Alltag und die Kommunikation vor Ort zu schaffen. Die Sprache ist der Schlüssel zu den Menschen hier, und der Kurs hat geholfen, die ersten Hürden im Alltag zu überwinden.
Allerdings forderte die Bürokratie direkt zu Beginn unsere Geduld heraus: Aufgrund von Verzögerungen bei der Visumsausstellung verzögerte sich unsere Weiterreise in den Westen des Landes um knapp einen Monat. Diese Zeit hat uns jedoch gelehrt, uns dem ruhigeren tanzanischen Lebensrhythmus anzupassen und gelassen zu bleiben.
2. Die Weiterreise & Ankunft im Kloster Mvimwa
Nachdem die Visa-Formalitäten geklärt waren, ging es schließlich per Flug nach Sumbawanga – einer größeren Stadt im Westen Tansanias. Glücklicherweise konnten wir am neu gebauten Flughafen von Sumbawanga landen, wo wir herzlich abgeholt und die etwa einstündige Strecke zur Abtei Mvimwa gefahren wurden.
Die Abtei Mvimwa empfing uns mit einer beeindruckenden und gepflegten Anlage. Viele Gebäude, darunter die große Kirche und der Speisesaal, sind modern und sehr schön gestaltet. Die Benedictiner-Community nahm uns freundlich auf, und in den ersten Wochen erhielten wir eine ausführliche Orientierung auf dem gesamten Klostergelände sowie in der näheren Umgebung.
Mvimwa auf einen Blick: Ein ruhiger, spiritueller Ort eingebettet in die Hügellandschaft der Region Rukwa. Neben dem Mönchsleben beherbergt das Kloster eine Berufsschule, ein Krankenhaus, eine Landwirtschaft und eigene Werkstätten.
3. Leben im Kloster: Alltag, Rhythmus & Eingewöhnung
Der Alltag im Kloster hat seine ganz eigenen Eigenheiten. Der Tagesablauf ist stark strukturiert: Aktuell nehme ich regelmäßig an den Gebeten und Gottesdiensten mittags und abends teil. Auch an die Verpflegung gewöhnt man sich schrittweise – die Klosterküche serviert bodenständige Hausmannskost, die meist aus der klassischen Kombination von Reis, Bohnen und Kraut besteht. Ein Ausflug nach Sumbawanga bietet hin und wieder eine willkommene kulinarische Abwechslung.
4. Infrastruktur & Wohnerfahrung
Das Einleben bringt auch praktische Herausforderungen mit sich. Nach drei Zimmerwechseln habe ich nun eine gute Unterkunft bezogen. Mein Zimmer liegt direkt neben der Klosterkirche – was bedeutet, dass der Tag morgens um 05:30 Uhr von den Kirchenglocken eingeläutet wird.
An manche Gegebenheiten passt man sich schnell an: Mehrstündige Stromausfälle gehören hier zum Alltag, warmes Wasser gibt es nicht und Internet bzw. WLAN ist nur sehr eingeschränkt verfügbar. Umso wertvoller sind die einfachen Momente und der Austausch untereinander.
5. Orientierung in den Einsatzfeldern
In den vergangenen drei Wochen wurden uns die vielseitigen Arbeitsmöglichkeiten im und um das Kloster gezeigt. Es gibt verschiedene Bereiche, in denen wir uns einbringen können:
Einrichtungen am Kloster:
Berufsschule (VTC): Moderne Schule, die stetig erweitert wird. Hier stellen wir uns aktuell den Klassen vor.
Klosterladen & Küche: Bietet ein gutes Grundsortiment für den täglichen Bedarf.
Kloster-Krankenhaus: Medizinische Versorgung für die gesamte Region.
Regionale Projekte:
Grundschulen in Kate & Nachbardörfern: Schulbesuche im Umland (wetter- und infrastrukturabhängig).
Gemeindearbeit:
Unterstützung bei Sozialprojekten in den umliegenden Dörfern.
Ein besonderes Highlight war mein Besuch im Krankenhaus: Ich hatte die Gelegenheit, mit einem italienischen Ärzteteam direkt im Operationssaal bei einer chirurgischen Eingriff zuzuschauen. Zudem gibt es vor Ort immer wieder Gelegenheiten für musikalische Projekte und Freizeitgestaltung – sogar meine DJ-Ausrüstung kommt langsam wieder zum Einsatz.
6. Mentalität, Begegnungen & Ausblick
Die Uhren ticken in Tansania deutlich anders als in Deutschland. Die gelassene „Pole pole“-Mentalität der Mönche bezüglich Pünktlichkeit und Absprachen erfordert etwas Umstellung: Flexibilität ist hier die wichtigste Eigenschaft, da Pläne oft spontan angepasst oder verschoben werden.
Schön sind vor allem die menschlichen Begegnungen – ob beim gemeinsamen Essen mit dem italienischen Nachbarprojekt, bei einer Wanderung auf den Hausberg direkt hinter dem Kloster oder beim Besuch eines älteren Ehepaars im Dorf, für das ein neues wetterfestes Haus gebaut wurde. Ich blicke mit Freude und Spannung auf die kommenden Monate und die anstehenden Aufgaben in der Berufsschule!
Luk
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